Die Pflege hat eine Stimme

Was vor zwei Jahren mit 1500 Teilnehmern an den Start gegangen ist, konnte in 2016 bereits 6000 Besucher vermelden: Der Deutsche Pflegetag ist zu einer Institution geworden – ein Pendant zum Deutschen Ärztetag wie Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe, Schirmherr des Deutschen Pflegetages, bemerkte. Ihm liege am Herzen, dass die Pflege insgesamt mehr Verantwortung bekomme und zu einem Partner auf Augenhöhe für die Medizin werde.

Gröhe, der Patientenbeauftrage der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, und der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja bekannten sich ganz klar auf dem Deutschen Pflegetag, der vom 10. bis 12. März in Berlin stattfand, zur Pflegekammer und sprachen sich dafür aus, dass das Pflegeberufsgesetz jetzt zügig vorangehen müsse. Die generalistische Ausbildung wurde an 40 Modellschulen getestet. „Wir arbeiten seit zehn Jahren daran. Wir brauchen nichts mehr zu evaluieren, wir müssen entscheiden“, waren die klaren Worte Laumanns zur erneut angefachten Debatte um die Ausbildungsreform. In seiner Eröffnungsrede betonte er, dass die Gesundheitspolitik in der jetzigen Legislaturperiode den Schwerpunkt auf die Pflege gelegt habe, sei auch ein Verdienst der professionell Pflegenden.

In über 70 Foren und Veranstaltungen sprachen 170 Referentinnen und Referenten in den drei Tagen zu den wichtigsten Fragestellungen der Pflege und deren Zukunft. Die Präsidentin des Verbandes der Schwesternschaften vom DRK e.V., Generaloberin Gabriele Müller-Stutzer, moderierte den berufspolitischen Vortrag „Wie Pflegende Politik machen können“. Prof. Frank Weidner machte mit seinem Vortrag klar, dass eine Berufsgruppe, die sich nicht organisiert, beim Verteilungskampf im Gesundheitswesen den Kürzeren ziehen werde. Die ehemalige Gesundheitsministerin Andrea Fischer schilderte ihre Erfahrungen, wie man politisch Einfluss nehmen könne und gab den Anwesenden ein paar hilfreiche Tipps. Birgit Pätzmann-Sietas ist für die Profession Pflege im Gemeinsamen Bundesausschuss in zahlreichen Unterausschüssen aktiv und berichtete von der praktischen Möglichkeit, dort Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen – am Beispiel der Richtlinie über Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Versorgung von Früh- und Reifgeborenen.

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