8. Gemeinsame Tagung der DRK-Schulleiter

Am 17. und 18. November trafen sich über 70 Schulleiter von DRK-Schulen zum mittlerweile 8. Mal in Berlin. Der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. (VdS) und das Deutsche Rote Kreuz hatten zur jährlichen Schulleitertagung eingeladen. Nach einer kurzen Eröffnung durch die VdS-Vorstandsoberin Doreen Fuhr bekamen die Anwesenden die neuesten Informationen aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur generalistischen Ausbildung. Dr. Tobias Viering wusste wirklich Spannendes zu berichten. So würde von den beiden involvierten Ministerien im Referentenentwurf bspw. als künftige einheitliche Berufsbezeichnung „Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann“ vorgeschlagen. Die Verbände hätten jedoch bei der Anhörung noch die Möglichkeit, eigene – deutsche – Vorschläge für die Berufsbezeichnung einzubringen.

Zudem sollen im neuen Gesetz die Vorbehaltsaufgaben geregelt werden, das Berufsbild Pflege solle damit mehr Eigenständigkeit erfahren. Die vertraute Grundstruktur der dreijährigen Ausbildung werde erhalten bleiben – mit Vertiefungseinsatz, der auch im Zeugnis ausgewiesen werde. Neu werde sein, dass die Pflegeschüler künftig Einsätze in allen Versorgungsbereichen durchlaufen werden. Die Kerneinsatzgebiete werden sein: ambulanter Bereich, stationärer Bereich und stationäre Langzeitpflege. Ergänzt werden diese Kerngebiete durch zwei Spezialisierungseinsätze – in der Pädiatrie und in der Psychiatrie.

Des Weiteren werde die künftige generalistische Pflegeausbildung kostenfrei für alle sein, es solle einen Ausbildungsvertrag mit angemessener Vergütung geben. Auch die Praxisanleitung soll mit festen Stundenzahlen festgeschrieben werden. Die Ausbildungszahlen werden nicht gedeckelt, die Finanzierung werde zwischen Schulen und Einrichtungen getrennt. Investitionskosten seien Ländersache und können daher auch künftig nicht vom Bund finanziert werden. Es soll jedoch bundesweit ein Umlageverfahren für die Ausbildungsfinanzierung geben, damit ausbildende Betriebe keine Wettbewerbsnachteile haben. Die regionale Ausbildung solle aber gezielt erhalten bleiben.

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Der Referatsleiter Dr. Viering antwortete auf die Frage nach der Einführungszeitschiene eher vage. Er gehe nicht davon aus, dass die Einführung der Generalistik vor dem Jahr 2018 möglich sei, da es bei der riesigen logistischen Herausforderung auch einen großen zeitlichen Vorlauf benötige.

Alle anwesenden Pflegeschulleiter konnten zudem folgende gute Nachricht mit nach Hause nehmen: Im Referentenentwurf sei außerdem angedacht, dass es Bestandsschutz für die jetzigen Lehrer gebe – bis zum Renteneintritt. Es sei jedoch auch klar, dass es künftig zu einer Qualifikationserhöhung bei den Lehrern kommen müsse.

Nach diesem „gehaltvollen“ Vortrag tagten die Schulleiter der Altenpflegeschulen und die der Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen getrennt, um sich so spezifischer den Fragestellungen der jeweiligen Schultypen widmen zu können. Hier wurden zahlreiche Problemfelder identifiziert. Aus dem Forum der Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen wurden mehrere Forderungen an den VdS und das DRK formuliert wie z.B. dass es einen DRK-Tarif für Lehrer geben müsse.

Auch der zweite Tag war spannend und die beiden Referentinnen, Ilona Holtschmidt und Prof. Dr. Ursula Walkenhost, brachten viele neue und erhellende Aspekte in die Runde der Schulleiter.

Tobias Nowoczyn, Bereichsleiter Jugend- und Wohlfahrtspflege im DRK, verabschiedete die Teilnehmer der diesjährigen Schulleitertagung am zweiten Tag. Er nutzte die Gelegenheit, sich auch persönlich von den Teilnehmern, die ihn acht Jahre begleitet hatten, zu verabschieden. Denn: Zum Jahresende verlässt Nowoczyn das DRK und widmet sich neuen Herausforderungen. Der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. wünscht ihm privat und persönlich alles Gute.

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